Den Blick wieder auf das Positive richten
- Jasmin Hofer
- vor 3 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Wenn Gedanken uns gefangen halten
Manchmal halten uns unsere eigenen Gedanken ganz schön gefangen.
Ein negativer Gedanke kommt, dann noch einer, und irgendwann richtet sich der Blick fast nur noch auf das, was gerade nicht gut läuft. Auf das, was fehlt. Auf das, was man gerne anders hätte. Auf Dinge, die vielleicht noch gar nicht passiert sind, über die man sich aber trotzdem schon den Kopf zerbricht. Und plötzlich fühlt sich das eigene Leben gar nicht mehr so schön an, obwohl eigentlich so vieles da ist.
Ich kenne das selbst sehr gut
Obwohl es für andere vielleicht manchmal so aussieht, als würde bei mir alles gut laufen, habe ich oft viel zu viele negative Gedanken.
Ich zweifle, denke zu viel nach und verliere dabei manchmal völlig den Blick für all das, was ich bereits habe: Freunde, Familie, Gesundheit, ein Zuhause, einen Job, Menschen, die mich lieben, die Möglichkeit, mich zu bewegen, zu reisen, draußen zu sein und Dinge zu tun, die mir Freude machen. Eigentlich ist da so viel.
Und trotzdem kann es passieren, dass sich der Blick nur noch auf das richtet, was gerade fehlt oder nicht perfekt ist.

Schwierige Gefühle dürfen da sein
Ich glaube, jeder Mensch rutscht manchmal in so eine negative Spirale. Das ist menschlich.
Es geht auch nicht darum, schwierige Gefühle wegzudrücken oder sich einzureden, dass immer alles toll ist. Manchmal ist das Leben eben nicht leicht. Manchmal sind wir traurig, enttäuscht, überfordert oder unzufrieden.
Auch diese Gefühle dürfen da sein. Aber wir haben trotzdem ein Stück weit selbst in der Hand, worauf wir unseren Blick immer wieder richten.
So vieles ist bereits da
Das Leben bietet so viel Fülle. Nur nehmen wir sie oft gar nicht mehr richtig wahr.
Wir gewöhnen uns an unser Zuhause, an unsere Freunde, an unsere Gesundheit, an einen gedeckten Kühlschrank, an eine warme Dusche, an unseren Körper und an all die kleinen Dinge, die jeden Tag selbstverständlich für uns sind.
Dabei sind genau diese Dinge überhaupt nicht selbstverständlich.
Ich möchte wieder mehr lernen, all das zu sehen.
Zufriedenheit beginnt nicht erst später
Ich möchte nicht erst dann zufrieden sein, wenn ich noch erfolgreicher bin, mehr verdiene, mehr erreicht habe oder endlich alle offenen Fragen in meinem Leben geklärt sind.
Denn wahrscheinlich wartet danach direkt das nächste Ziel.
Zufriedenheit ist nichts, was man irgendwann erreicht und dann für immer besitzt. Zufriedenheit kann bereits da sein. Wir müssen nur wieder lernen, sie zu fühlen und zu erkennen.
Dankbarkeit lässt sich trainieren
Ich glaube, dass wir unseren Blick wirklich trainieren können. Wie einen Muskel.
Je öfter wir uns bewusst machen, was gut ist, desto leichter fällt es uns irgendwann, auch im Alltag wieder das Positive zu sehen.
Dabei geht es nicht nur um die großen Dinge, sondern vor allem um die kleinen: einen schönen Kaffee am Morgen, ein gutes Gespräch, Sonne im Gesicht, ein Essen, das richtig gut geschmeckt hat, einen Moment, in dem man gelacht hat, einen Spaziergang, Musik, Bewegung, Ruhe oder eine liebe Nachricht.
So oft warten wir auf die großen Glücksmomente und übersehen dabei, dass unser Leben hauptsächlich aus diesen kleinen Momenten besteht.
Meine kleinen Rituale für mehr Dankbarkeit
Ich versuche deshalb gerade wieder, jeden Tag in mein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben.
Manchmal fällt mir sofort etwas ein. Manchmal sitze ich davor und denke: Keine Ahnung, wofür bin ich heute eigentlich dankbar?
Aber genau dann ist es vielleicht besonders wichtig, kurz nachzudenken.
Außerdem möchte ich mir jeden Abend diesen Satz beantworten:
Heute war schön, weil …
Und wenn es nur eine Kleinigkeit war.
Ich versuche außerdem, mehr Bücher über Dankbarkeit, Gedanken und Zufriedenheit zu lesen. Nicht, weil ich jeden negativen Gedanken loswerden möchte. Das wird wahrscheinlich sowieso nie passieren. Sondern weil ich mich immer wieder daran erinnern möchte, dass ich meinen Gedanken nicht alles glauben muss.
Nur weil ein Gedanke da ist, bedeutet das nicht automatisch, dass er wahr ist.
Und nur weil sich etwas gerade schwer anfühlt, bedeutet das nicht, dass mein ganzes Leben schlecht ist. Ein schwieriger Moment ist nicht automatisch ein schwieriges Leben.
Eine Erinnerung an mich selbst
Ich schreibe diesen Beitrag deshalb nicht nur für andere, sondern vor allem auch für mich selbst.
Als Erinnerung daran, öfter innezuhalten, mich umzuschauen und mich zu fragen:
Was ist bereits da?
Was ist gerade gut?
Wofür bin ich heute dankbar?
Welchen schönen Moment möchte ich heute nicht übersehen?
Ich möchte meinen Blick wieder bewusster auf das Positive richten. Nicht, um das Negative zu verdrängen, sondern damit das Gute nicht ständig übersehen wird.
Denn es ist da, vielleicht nicht immer laut und offensichtlich, aber es ist da.



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